Bewertung, parameter-bezogene

Aus Eval-Wiki: Glossar der Evaluation
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Bewertung eines Evaluationsgegenstands in Relation zu statistischen Parametern (z. B. arithmetisches Mittel, Quartile, Percentile, Standardabweichungen vom Mittelwert), die sich aus der Häufigkeitsverteilung der bewertungsrelevanten Daten ergeben (auch:"normbezogen"/"normreferenziert" oder "verteilungsbezogen"/verteilungsreferenziert"). Oft ist der Parameter ein Verteilungsmaß in einer Bezugsgruppe, daher auch die alternative Bezeichnung "bezugsgruppenorientiert" oder "sozialnormorientiert". Beispiel: Ein Mathematikprogramm wird als "exzellent" bewertet, wenn der Mittelwert aller Testleistungen der Teilnehmenden im oberen Percentil der Mittelwertverteilungen der Teilnehmenden aller evaluierten Mathematikprogramme liegt. In der Literatur wird auch die Bezeichnung "normorientiert" oder "norm-referenziert" benutzt. Dies ist im Kontext von Evaluation aus zwei Gründen missverständlich: (1) da als "Normen" gänzlich andere Sachverhalte angesprochen werden, nämlich sowohl Mussstandards als auch soziale Werte; (2) da assoziiert werden kann, dass die für die Bewertung relevanten Daten normal verteilt sind (Gauss-Kurve), was jedoch häufig nicht der Fall ist. Alternative ist die kriterienpunkt-bezogene Bewertung.

Englischer Begriff

norm-referenced valuation

Französischer Begriff

jugement référence à une norme

Quellen

  • Ingenkamp, Karlheinz/Lissmann, Urban (2008): Lehrbuch der pädagogischen Diagnostik. 6., neu ausgestattete Aufl. Weinheim: Beltz. S. 158-164.

Stand

06.06.2013